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Eine neue Kapitänin für die WIR-KITA "Zur Heiligen Familie" in Westtünnen

H A M M – W E S T T Ü N N E N . Kontinuität und Herzblut für die Kleinsten: Nach einer Phase der kommissarischen Führung hat Angela Löbbert zum 15. April offiziell die Rolle als „Kapitänin“ der katholischen WIR-KITA zur Heiligen Familie in Hamm-Westtünnen übernommen. Die 39-jährige Erzieherin setzt auf Transparenz, eine starke Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und ein pädagogisches Konzept, das jedes Kind mit seinem ganz persönlichen „Rucksack“ willkommen heißt.

 

Wenn Angela Löbbert über ihre Arbeit spricht, wird schnell klar: Hier geht es um mehr als nur Verwaltung und Organisation. Für die zweifache Mutter ist der Beruf der Erzieherin eine Berufung, die sie nun in die Leitungsposition der Kita an der Delpstraße geführt hat. Seit Anfang des Jahres lenkte sie bereits kommissarisch die Geschicke der Einrichtung, nun erfolgte die offizielle Berufung durch den Träger, die WIR-KITAs gem. GmbH.

Ein Weg, der in der Praxis begann

Angela Löbberts berufliche Reise ist eng mit dem Hammer Osten und dem kirchlichen Trägerverbund verwurzelt. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2008 sammelte sie prägende Erfahrungen im Kindergarten St. Bonifatius. Besonders ihre Zeit als freigestellte Sprachförderfachkraft im Sozialraum Hamm-Osten hat ihren Blick geschärft: „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, weiß die Expertin. In St. Bonifatius schnupperte sie zudem als kommissarische Leitung die erste „Leitungsluft“ und wuchs so immer stärker in die Managementaufgaben hinein, bis sie sich nun in Westtünnen für den Karriereschritt in die feste Leitungsposition entschied.

Den individuellen „Rucksack“ im Blick

In der pädagogischen Arbeit verfolgt Angela Löbbert ein klares Credo: „Jedes Kind bringt seinen eigenen Rucksack mit – geprägt durch seine Erfahrungen, sein Umfeld und seine ganz eigene Persönlichkeit.“ Ihr Ziel ist es, die 75 Kinder der Einrichtung dort abzuholen, wo sie stehen. Dabei begreift sie die Eltern als die eigentlichen „Spezialisten“ für ihre Kinder. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für sie kein Schlagwort, sondern die notwendige Basis für eine ganzheitliche Erziehung. „Ohne die enge Einbindung der Familien ist eine gute pädagogische Arbeit heute nicht mehr möglich“, betont sie.

Zwischen Tradition und Offenheit

Die christliche Prägung der WIR-KITA Zur Heiligen Familie ist für die neue Leitung, die selbst im Glauben verwurzelt ist, ein wichtiger Kompass. Werte wie Nächstenliebe, Respekt und Gemeinschaft sollen im Alltag durch das Feiern christlicher Feste und die enge Kooperation mit der Gemeinde St. Franziskus von Assisi lebendig bleiben. Gleichzeitig betont sie die Bedeutung von Offenheit: Die Kita soll ein Ort sein, an dem sich jede Familie, unabhängig von ihrer kulturellen oder religiösen Herkunft, angenommen fühlt.

Mit Mut zur Unvollkommenheit begeistern

Dass Führung auch bedeutet, Mut zu beweisen und Menschen zu inspirieren, lernte Angela Löbbert schon früh. Schmunzelnd erinnert sie sich an eine Begebenheit aus ihrer eigenen Kindergartenzeit: „Als eines von vier Mädchen bin ich in einer sehr liebevollen Familie aufgewachsen, in der Zusammenhalt und Fürsorge immer eine große Rolle gespielt haben.“ Diese Werte habe sie auch in ihrer eigenen katholischen Kindertageseinrichtung wiedergefunden, wo sie sich von Anfang an gesehen und wertgeschätzt gefühlt habe. „Das hat mich bis heute geprägt“, betont sie im Gespräch.

„Eine kleine, für mich bis heute lustige Erinnerung ist, dass ich unbedingt einmal ‚die Große‘ sein wollte. In der Kita gab es einen Tag, an dem wir für die Jüngeren etwas vorlesen durften. Ich habe das sehr ernst genommen, mir ein Bilderbuch geschnappt und mich mit ganz wichtiger Miene vor die Gruppe gesetzt. Leider war ich so aufgeregt, dass ich die Geschichte kurzerhand selbst umgedichtet habe, weil ich den Text nicht mehr genau wusste. Die Kinder waren begeistert – und ich ziemlich stolz, bis die Erzieherin schmunzelnd meinte, dass die Geschichte heute wohl eine ganz neue Wendung genommen hat“, erinnert sie sich.

Diese Erfahrung hat mir nicht nur gezeigt, wie schön es ist, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch, dass man nicht perfekt sein muss, um andere zu begeistern“, sagt Angela Löbbert heute. Diese Kreativität und Herzenswärme möchte sie nun nutzen, um die Kita zur Heiligen Familie gemeinsam mit ihrem Team und den Eltern weiterzuentwickeln.

Ein starkes Netzwerk im Rücken

Als Teil der WIR-KITAs gem. GmbH, einem Verbund von über 175 Einrichtungen, profitiert die Kita in Westtünnen von einem starken Rückhalt. Der Austausch mit anderen Leitungen und die fachliche Unterstützung durch den Träger ermöglichen es Angela Löbbert, den Fokus auf das Wesentliche zu legen: die Zukunft der Kinder in Hamm-Westtünnen. Für die kommenden Monate hat sie sich viel vorgenommen – allen voran möchte sie die Transparenz der pädagogischen Arbeit weiter erhöhen, damit für alle Beteiligten sichtbar wird, mit wie viel Engagement die Kinder hier auf ihrem Lebensweg begleitet werden.

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