Herzlichkeit und Vertrauen prägen die Gesellschafterversammlung der WIR-KITA gem. GmbH in Meschede
Wenn aus drei Regionen eine große Gemeinschaft wächst, dann geschieht dies nicht allein auf dem Papier. Es geschieht in den Herzen der Menschen, die sich tagtäglich für das Wohl der ihnen anvertrauten Kinder einsetzen. Am vergangenen Dienstag war das Mescheder Kreishaus Ort einer besonderen Zusammenkunft: Die erste Gesellschafterversammlung der WIR-KITAs gem. GmbH blickte auf ein Jahr voller Mut, Veränderung und tiefem Vertrauen zurück, aber auch wirtschaftlichen Herausforderungen zurück. Rund 100 teilnehmende Gesellschafter – 40 vor Ort und 60 digital zugeschaltet – erlebten eine Veranstaltung, die weit mehr war als ein administrativer Pflichttermin.
Den Auftakt gestaltete Dechant Georg Schröder. Als dienstältestes Mitglied der Versammlung übernahm er stellvertretend die Leitung der Sitzung vor den anstehenden Wahlen und hieß die Gäste mit Worten willkommen, die den Geist der christlichen Gemeinschaft spürbar machten. Er bereitete den Boden für einen Abend, an dem deutlich wurde: Die WIR-KITA gem. GmbH ist heute eine stabile und lebendige Einheit, die für über 11.000 Kinder in mehr als 175 Einrichtungen zwischen Hamm und Siegen ein sicherer Hafen ist.
Das Fundament: Ein außergewöhnlicher Vertrauensbeweis
Das emotionalste Thema des Abends war die Reflexion des Fusionsprozesses der drei Trägergesellschaften Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland-Südsauerland. In einer Zeit, in der strukturelle Veränderungen oft mit Sorgen verbunden sind, ist der WIR-KITA gem. GmbH ein außergewöhnliches Zeichen der Geschlossenheit gelungen. Bei einer Belegschaft von etwa 3.000 Mitarbeitenden gab es im gesamten Prozess des rechtlichen Betriebsübergangs keinen einzigen Widerspruch. Geschäftsführer Michael Stratmann betonte, dass dieses Ergebnis das enorme Vertrauen widerspiegele, das die Teams vor Ort in den WIR-KITAs und alle Verwaltungsmitarbeitende in die neuen Strukturen setzen.
„Dieses Vertrauen ist unser kostbarstes Kapital“, so Stratmann. Es zeige, dass die Mitarbeitenden die Fusion nicht als bedrohliche Umstrukturierung, sondern als Chance für eine starke gemeinsame Zukunft begreifen. Das besondere Verhältnis zwischen Dienstgeber und Mitarbeitenden sei geprägt von gegenseitiger Wertschätzung – ein Argument, das laut Michael Stratmann auch in der Gewinnung künftiger Kolleginnen und Kollegen eines der stärksten Pfunde ist. „Wo Vertrauen herrscht, wächst Qualität, und wo Qualität wächst, fühlen sich Kinder und Familien geborgen.“

Michael Stratmann
Innovative Wege gegen den Fachkräftemangel
Auch im Bereich der Personalgewinnung geht die WIR-KITA gem. GmbH neue, kreative Wege, um dem allgemeinen Fachkräftemangel aktiv zu begegnen. Unter der Leitung von Eva Hempelt (Fachbereich Personal) setzt der Träger verstärkt auf eine moderne Ansprache, die dort stattfindet, wo die Talente von morgen unterwegs sind: in den sozialen Medien und auf regionalen Ausbildungsmessen wie der BIM in Brilon. „Fachkräfte kann man sich nicht backen, aber wir können sie durch authentische Einblicke und echte Wertschätzung überzeugen“, erklärt Eva Hempelt die Strategie. „Mit unserer unkomplizierten 30-Sekunden-Bewerbung über das Smartphone senken wir die Hürden für Interessierte enorm und zeigen auf Plattformen wie Instagram, wie lebendig und erfüllend der Alltag in unseren Teams tatsächlich ist.“Das Ziel sei es, die WIR-KITAs als moderne Arbeitgebermarke zu festigen, die Sicherheit bietet und gleichzeitig Raum für individuelle Entfaltung lässt.
Kitas als pulsierende Orte der Begegnung
Ein zentrales Anliegen der Geschäftsführung bleibt die enge Verzahnung mit den Gemeinden vor Ort. Kitas sind keine isolierten Betreuungsorte, sondern pastorale Zentren, in denen Glaube lebendig wird. Mareike Kotthoff richtete einen herzlichen Appell an die Kirchenvorstände, die Kita-Gebäude aktiv in ihre lokalen Immobilienstrategien einzubeziehen. Dass dies gelingen kann, zeigen innovative Konzepte wie in der St. Marien-Kirche in Hamm: Hier entsteht unter dem Motto „Ein Gebäude – drei Nutzungen“ ein Ort, der Kita, Gemeinde und Begegnung unter einem Dach vereint. Solche Synergien sichern die Zukunft kirchlicher Präsenz im Sozialraum.
Gemeinsam in die Transformation
Die WIR-KITA gem. GmbH ist zudem Teil des großen Transformationsprogramms „Glaube. Gemeinsam. Gestalten.“ des Erzbistums Paderborn. Ziel ist die Schaffung einer zentralen Holding-Struktur, die Verwaltungen bündelt und Kitas entlastet. Geschäftsführer Sebastian Schrage ordnete diesen Weg für die Gesellschafter ein: „Ich freue mich sehr, dass die Kirchengemeinden uns ihr Vertrauen schenken, auch wenn im Rahmen des Transformationsprogramms noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis alle Prozesse in der neuen Holding-Struktur einwandfrei ineinandergreifen und laufen.“ Es sei ein Weg, den man gemeinsam und mit Zuversicht gehe, um die katholischen Kitas zukunftsfest aufzustellen.

Sebastian Schrage
Ein Blick in die Zukunft
Im Rahmen der Versammlung wurde zudem pflichtgemäß über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft Bericht erstattet. Roman Hansen legte als Fachbereichsleitung Finanzen dar, dass die finanzielle Solidität der WIR-KITA gem. GmbH gewahrt ist und der Jahresabschluss durch die Wirtschaftsprüfer bestätigt wurde. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen im frühkindlichen Bildungssektor – insbesondere durch die unzureichende Finanzierung durch das Land NRW und die Unsicherheiten bei den politischen Entwicklungen zum KiBiz – blickt das gesamte Team der WIR-KITAs trotzdem mit Optimismus nach vorn. Getragen von der Vision, Kindern einen Weg als selbstbewusste, gläubige Menschen zu ebnen, geht der Trägerverbund gestärkt aus dieser Versammlung hervor.
Fakten und Wahlergebnisse im Überblick
In den anstehenden Wahlen wurde Heike Döbber zur neuen Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung gewählt. Als Diplom-Verwaltungswirtin und engagiertes Kirchenvorstandsmitglied bringt sie die perfekte Mischung aus Professionalität und kirchlicher Verwurzelung mit. Ihr zur Seite steht als stellvertretender Vorsitzender der Werler Unternehmer Lutz Langschmidt, der ebenfalls seit Jahren fest in der Gemeindearbeit verankert ist.
Wahlergebnisse zum Verwaltungsrat:
Die Gesellschafterversammlung wählte folgende Mitglieder in den Verwaltungsrat, die künftig die strategische Aufsicht führen:
- Vertreter der Kirchengemeinden: Frank Demming (Arnsberg-Oeventrop), Klaus Dropmann (Marsberg), Engelbert Harrenkamp (Geseke-Langeneicke), Dr. Joachim Nilges (Siegen), Birgit Peters (Winterberg) und Hartwig Vormweg (Netphen-Walpersdorf)
- Vertreter CariPro: Heike Deimel (Diözesan-Caritasverband Paderborn) und Matthias Vitt (Caritasverband in Südwestfalen).
- Vertreter Christan Bartels Stiftung: Jonas Beine und Raimund Eilebrecht (Generalvikariat des Erzbistums Paderborn)
- Sachkundige Person: Als zusätzliche Expertin wurde Esther Göcke (Dekanat Südsauerland) in das Gremium berufen.

Kennzahlen der WIR-KITA gem. GmbH:
- Einrichtungen: 179 katholische Kindertageseinrichtungen
- Mitarbeitende: Über 3.000 engagierte Kolleginnen und Kollegen
- Betreute Kinder: 10.998 kleine Persönlichkeiten
- Regionalität: Einzugsbereich von 7.200 Quadratkilometern zwischen Hamm und Siegen
Weitere Informationen über unsere Arbeit und aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.wirkitas.nrw