A N R Ö C H T E . Wenn morgens an der katholischen WIR-KITA St. Marien in Anröchte die Türen aufgehen und das Stimmengewirr der Mädchen und Jungen durch das Haus zieht, ist Janina Schiermeister längst mittendrin. Seit dem 1. Mai leitet die 35-jährige Pädagogin die Einrichtung im Verbund der WIR-KITAs. Rund vier Monate nach ihrem Start ist der Alltag eingekehrt – im positivsten Sinne: Namen und Gesichter sitzen, erste Projekte sind angestoßen, und die Chemie zwischen Leitung, Team und Elternschaft stimmt.
Verwurzelt in der Region, fachlich breit aufgestellt
Für Janina Schiermeister war der Schritt nach Anröchte ein wohlüberlegter. Zuvor arbeitet sin von Herbst 2020 bis zum Frühjahr 2026 als Erzieherin im städtischen Bewegungskindergarten „Tabaluga“ in Meiste. Die Arbeit mit Kindern, Familien und Kolleginnen begreift sie dabei als stetigen Entwicklungsprozess – auch für sich selbst. Nach ihrer staatlichen Anerkennung als Erzieherin im Jahr 2025 und dem Abschluss als Fachwirtin im Erziehungswesen (2020) drückt sie derzeit noch einmal die Hochschulbank: Im Verbundstudium „Frühpädagogik“ an der FH Soest schlägt sie die Brücke zwischen aktueller Forschung und praktischem Alltag.
„Mir war es wichtig, mich fachlich weiterzuentwickeln und die Leitungsaufgaben mit einem fundierten wissenschaftlichen Hintergrund zu verbinden“, erklärt Janina Schiermeister. Privat ist die Pädagogin fest in der Region verankert. Gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen im Alter von sieben und neun Jahren lebt sie in Rüthen-Drewer. Den Kopf bekommt sie am liebsten bei der Familie, beim Lesen oder bei den Propen der Spielleute Vereinigung 1910 Suttrop frei, in der sie seit Jahren aktiv musiziert.
Eltern sind Experten für ihre Kinder
In der Einrichtung an der Hospitalstraße werden derzeit 55 Kinder betreut. Janina Schiermeisters pädagogischer Ansatz setzt auf Ressourcenorientierung und echte Wertschätzung. „Jedes Kind bringt ganz eigene Stärken, ein individuelles Tempo und eine unverwechselbare Persönlichkeit mit“, betont sie. „Unsere Aufgabe ist es, ihnen einen verlässlichen Rahmen und Sicherheit zu geben – zugleich aber den Raum zu lassen, Dinge selbstständig auszuprobieren und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.“
Ein zentraler Baustein ist für sie das offene Miteinander in den Familien. „Die Eltern sind die Experten für ihre Kinder!“, stellt die Kita-Leitung klar. „Dass sie uns das Wertvollste anvertrauen, was sie haben, ist ein großer Vertrauensvorschuss. Eine transparente und ehrliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist das A und O.“
Schwimmangebote ausbauen, Brücken zu den Generationen festigen
Die Bindung zur katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius bildet ein festes Fundament in der Einrichtung. „Durch die gut organisierten Steuerungsgremien ist die Zusammenarbeit fest verankert. Das erleichtert die Leitungsarbeit spürbar und gibt dem religionspädagogischen Alltag Halt“, so Janina Schiermeister. Auch die Zugehörigkeit zum Trägerverbund der WIR-KITAs schätze sie sehr: Die Unterstützung durch Fachabteilungen und feste Ansprechpartner sorge für administrative Entlastung, sodass mehr Zeit für das Wesentliche bleibt.
Für die kommenden Monate hat die neue Leitung klare Ideen im Gepäck. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den sportlichen Aktivitäten der Kita: Bislang ist zum Beispiel das Schwimmen den Vorschulkindern vorbehalten. Janina Schiermeister möchte prüfen, wie dieses Angebot künftig für weitere Altersgruppen geöffnet werden kann. Zudem soll das Miteinander im Ortsteil lebendig bleiben: Die gute Kooperationen mit dem benachbarten Seniorenheim und der Caritas-Tagespflege möchte sie fortführen und weiter ausbauen, um generationsübergreifende Begegnungen fest im Jahreslauf zu etablieren.
Nach den ersten Monaten fällt ihr Zwischenfazit herzlich aus: „Ich bin vom Team, den Familien und der Gemeinde offen aufgenommen worden. Die Mischung aus Verantwortung, Beziehungsarbeit und Gestaltungskraft macht diesen Beruf aus: Wir begleiten hier jeden Tag ein Stück Zukunft.“