Stabwechsel nach 27 Jahren in Obersundern: Die 33-jährige Arnsbergerin setzt auf Teamgeist, partnerschaftliche Elternarbeit und gelebte Partizipation der Kinder.
S U N D E R N . Wer eine Kindertageseinrichtung übernimmt, in der die Vorgängerin über vier Jahrzehnte tätig war und 27 Jahre lang die Leitung innehatte, braucht vor allem zweierlei: Respekt vor dem Gewachsenen und den Mut, eigene Akzente zu setzen. Martina Schrick bringt beides mit. Seit dem 1. August 2026 leitet die 33-jährige Erzieherin das katholische WIR-KITA Christkönig in Sundern. Für die gebürtige Arnsbergerin ist Führungsverantwortung kein Neuland, wohl aber eine Aufgabe, der sie mit spürbarer Wertschätzung begegnet.
„Die Leitung vor mir war 43 Jahre hier im Haus und davon 27 Jahre als Leitung tätig. Mir ist es daher besonders wichtig, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig neue Impulse zu setzen“, betont Martina Schrick. Die gewachsenen Strukturen seien ein echtes Pfund: „Sie stellen eine wertvolle Grundlage für unsere Arbeit dar. Wir wollen diesen Weg gemeinsam mit dem Team behutsam weitergehen – Bewährtes bewahren, Neues ermöglichen und die pädagogische Qualität kontinuierlich weiterentwickeln.“
Führungserfahrung und familiärer Rückhalt
Leitungserfahrung bringt Martina Schrick reichlich mit nach Sundern. Nach ihrem Ausbildungsabschluss im Jahr 2014 sammelte sie zunächst Erfahrungen im Gruppendienst, stieg 2018 zur ständigen Vertretung auf und übernahm vier Wochen später bereits die Leitung einer viergruppigen Kita samt Familienzentrum. Parallel absolvierte sie die Fachqualifizierung „LeitungPlus“. Bis zum Sommer 2024 führte sie die Einrichtung, ehe die Geburt ihres Sohnes eine Babypause einläutete. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr in den Gruppendienst wechselte die verheiratete Mutter nun ganz bewusst nach Sundern.
An ihrer neuen Wirkungsstätte an der Silmecke fühlte sich Martina Schrick sofort angekommen: „Obwohl wir mit vier Gruppen und 73 Mädchen und Jungen eine große Einrichtung sind, herrscht hier eine wunderbar warme, familiäre Atmosphäre. Man kommt herein und fühlt sich auf Anhieb willkommen.“
Selbstständigkeit stärken, Begegnung schaffen
Pädagogisch trifft Martina Schrick auf ein stabiles Fundament: Seit 2010 ist das Haus anerkannte Sprach-Kita und Familienzentrum, arbeitet nach einem teiloffenen Konzept und wurde kürzlich erneut erfolgreich als pastoraler Ort des Erzbistums Paderborn rezertifiziert.
Gemeinsam mit ihrem Team möchte Martina Schrick diese Stärken weiter profilieren: „Ein Schwerpunkt liegt für mich darin, die Partizipation und Selbstständigkeit der Kinder noch intensiver im Alltag zu verankern. Mädchen und Jungen sollen spüren, dass ihre Ideen zählen und sie ihren Tag aktiv mitgestalten können.“ Ebenso wichtig ist ihr der enge Draht zu den Müttern und Vätern: „Die Elternarbeit ist das A und O, damit Eltern ihr Kind mit rundum gutem Gewissen in unsere Hände geben. Wir möchten die Zusammenarbeit vertiefen und neue Angebote schaffen, die das Familienzentrum noch stärker als offenen Ort der Begegnung und Unterstützung für Familien erlebbar machen.“
Stark im Team und im Trägerverbund
Dass nachhaltige Entwicklung nur im Miteinander gelingt, unterstreicht Martina Schrick gern mit einem alten mongolischen Sprichwort: „Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen.“ Das gelte für die Kirchengemeinde Christkönig ebenso wie für den Verbund der WIR-KITAs mit über 175 Einrichtungen im Erzbistum Paderborn: „Man profitiert enorm vom kollegialen Netzwerk und muss das Rad nicht neu erfinden.“ Ganz im Sinne Friedrich Wilhelm Raiffeisens: Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele.
Den idealen Ausgleich zu ihrem lebhaften Kita-Alltag findet Martina Schrick unter freiem Himmel: Bei der Gartenarbeit im eigenen Schrebergarten schöpft die 33-Jährige die nötige Ruhe und Energie, um am nächsten Morgen an der Silmecke wieder ganz für Kinder, Eltern und Team da zu sein.