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Leitungswechsel mit Heimvorteil

Sara Katzenbach hat das Ruder in der Eiserfelder WIR-KITA St. Marien übernommen.

 

E I S E R F E L D . An der Lindenstraße 17 in Eiserfeld bedurfte es im Sommer keines förmlichen Kennenlernens. Als Sara Katzenbach zum 1. Juli offiziell die Leitung der katholischen WIR-KITA St. Marien übernahm, trat sie die Nachfolge nicht als externe Kraft an, sondern als langjähriges Mitglied des Teams. Seit September 2012 arbeitet die 43-jährige Siegenerin in der zweigruppigen Einrichtung. Vor sieben Jahren übernahm sie die Funktion der ständigen Abwesenheitsvertretung und sammelte kontinuierlich Erfahrung in der Personalführung, der Organisation der Einrichtung sowie der konzeptionellen Weiterentwicklung des Hauses.

 

Nach den ersten Monaten an der Spitze zieht die Diplom-Sozialpädagogin ein durchweg positives Zwischenfazit. Der Rollenwechsel vom Gruppendienst in die Gesamtverantwortung erforderte zwar eine Neuorientierung im Alltag, vollzog sich dank des gewachsenen Vertrauens im Team jedoch reibungslos. Die Führungsaufgaben, die zuvor neben dem Gruppendienst erledigt werden mussten, bestimmen nun ihren Alltag: Dienstpläne, behördliche Vorgaben, Elternberatung und die Abstimmung mit dem Träger verlangen klare Prioritäten.

Das Fundament dafür steht: Das Team kennt ihre Arbeitsweise, und Sara Katzenbach weiß genau, an welchen Stellschrauben in Eiserfeld angesetzt werden muss. „Durch die sieben Jahre als Abwesenheitsvertretung konnte ich bereits tiefe Einblicke in alle Leitungsaufgaben gewinnen – von der alltäglichen Organisation bis zur konzeptionellen Ausrichtung“, berichtet sie. „Das hat mir nicht nur die nötige Sicherheit für den Start gegeben, sondern vor allem meine Freude an Führungsverantwortung bestätigt. Ein riesiger Vorteil ist das vertraute Team, mit dem ich seit vielen Jahren Hand in Hand arbeite.“

Breit gefächerte Praxis im sozialen Sektor

Der berufliche Werdegang von Sara Katzenbach begann mit der Ausbildung zur staatlich geprüften Kinderpflegerin, die sie 2002 abschloss. Es folgte ein Studium der Sozialpädagogik mit Diplom-Abschluss im Jahr 2011. Vor ihrem Einstieg in St. Marien beschränkte sich ihr Tätigkeitsfeld keineswegs auf reguläre Kitas. Sie sammelte Praxiserfahrungen an Grund- und Förderschulen, war im Sozialen Dienst eines Seniorenwohnheims tätig und begleitete psychisch erkrankte Erwachsene in einer tagesstrukturierenden Facheinrichtung.

Diese Erfahrungen prägen ihr pädagogisches Verständnis nachhaltig. Als zertifizierte Fachkraft für Inklusion und Qualitätsbeauftragte begegnet sie individuellen Entwicklungsverzögerungen oder familiären Belastungssituationen mit fachlicher Ruhe und diagnostischem Scharfsinn. In ihrer Freizeit schöpft die Pädagogin beim Reisen und Fotografieren neue Energie für den anspruchsvollen Kita-Alltag.

Freiräume schaffen: Offene Arbeit und alltagsnahe Förderung

In der pädagogischen Arbeit setzt Sara Katzenbach gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen aus voller Überzeugung auf das Konzept der Offenen Arbeit. Die 40 Mädchen und Jungen der WIR-KITA werden nicht in starren Stammgruppen isoliert, sondern nutzen frei gewählte Funktionsbereiche und das naturnahe Außengelände. Sie bestimmen ihre Aktivitäten, Spielpartner und Spielzeiten im Tagesverlauf weitgehend eigenständig. „Die Offene Arbeit entspricht voll und ganz meinem pädagogischen Selbstverständnis“, erklärt die Kita-Leitung. „Wir bieten den Kindern offene Strukturen, damit sie selbstbestimmt, partizipativ und nach ihren eigenen Interessen die Welt entdecken und lernen können.“

Dieses Vertrauen in die kindlichen Selbstbildungspotenziale wurzelt auch in persönlichen Kindheitserfahrungen. Sara Katzenbach besuchte früher selbst eine Waldorf-Kita. „Ich habe damals unglaublich gern gewebt, gehäkelt oder gestrickt“, erinnert sie sich. „Genauso gern war ich aber draußen unterwegs, um Hütten aus Ästen und Laub zu bauen oder auf Stelzen zu balancieren. Diese Freude am Ausprobieren und am praktischen Gestalten möchte ich auch unseren Kindern in Eiserfeld ermöglichen.“

eil jedes Kita-Jahr mit neu aufgenommenen Mädchen und Jungen eine veränderte Dynamik mit sich bringt, begreift sie die Konzeption als lebendigen Prozess: „Das Konzept der offenen Arbeit verändert sich jedes Kita-Jahr neu mit der Ankunft der neuen Familien. Mir ist wichtig, diese Entwicklung aktiv zu begleiten, die pädagogische Qualität zu sichern und das Team menschlich wie fachlich zu stärken.“ Ergänzt wird das Profil durch gezielte Bewegungsimpulse in der Psychomotorik sowie die alltagsintegrierte Sprachförderung im Rahmen des bewährten Bundesprogramms.

Verlässlicher Anker im Stadtteil und starker Rückhalt im Verbund

Als zertifiziertes Familienzentrum erfüllt die WIR-KITA St. Marien eine Brückenfunktion im Eiserfelder Gemeinwesen. Die Einrichtung kooperiert eng mit Erziehungsberatungsstellen, Therapeuten, der Grundschule und der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung (kefb). Eltern begegnet das Haus dabei auf Augenhöhe. „Eltern sehe ich als zentrale Bildungspartner, deren Anliegen wir sehr ernst nehmen“, unterstreicht Sara Katzenbach. „Es ist mir eine echte Herzensangelegenheit, dass unsere Kita ein Ort bleibt, an dem sich Kinder und Familien gleichermaßen wohl und willkommen fühlen.“

Dazu gehört auch die christliche Werteorientierung als täglicher Orientierungsrahmen: Werte wie Nächstenliebe, Respekt und Wertschätzung werden im alltäglichen Miteinander gelebt. Die enge Vernetzung mit dem Pastoralen Raum Siegen-Freudenberg und Pfarrer Karl-Hans Köhle garantiert die religionspädagogische Einbindung über Gottesdienste und Feste im Jahreskreis.

Dass hinter der kleinen Eiserfelder Kindertageseinrichtung ein starker Verbund steht, empfindet die neue Leiterin als wesentlichen Rückhalt. Der Träger der katholischen WIR-KITAs vertritt im Erzbistum Paderborn mehr als 175 Kindertageseinrichtungen und sorgt für administrative Entlastung, Qualitätsmanagement nach KTK-Standard und tarifliche Verlässlichkeit. „Der Trägerverbund bietet uns verlässliche Strukturen, gibt aber jeder Kita den nötigen Raum, ihre eigenen Stärken und ihre individuelle Persönlichkeit zu behalten“, betont Sara Katzenbach. „Besonders wertvoll ist der regelmäßige Austausch auf Leitungsebene: Wir lernen voneinander und können praxiserprobte Erfahrungen direkt weitergeben.“ Für Sara Katzenbach und ihr Team bedeutet dieser Verbund die Basis, um sich mit voller Energie auf die Begleitung der Kinder und ihrer Familien in Eiserfeld zu konzentrieren.

 

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